Ich hatte eigentlich nicht vor, so schnell schon wieder zu posten und dann nicht mal ein paar schöne Bilder zu haben, aber die Umstände zwingen mich dazu. Während des Fluges habe ich geschlafen und Paul Kalkbrenner gehört. War dementsprechend entspannt, außer dass mein Vater und ich unser Gepäck am Flughafen erstmal nicht gefunden haben und unser armer persönlicher Taxifahrer eine Stunde auf uns warten musste, weil wir ewig gesucht haben. Ebendieser Taxifahrer hat uns in die Wohnung in der Via di Acqua Bullicante gefahren und auf dem Weg im schönsten römischen Dialekt etwas über die tausend Kirchen erzählt. Das Viertel, in dem die Wohnung ist, ist ein bisschen assozial, vielleicht vergleichbar mit dem Wedding, aber es chillt. Jetzt kommt es zum gigantischen Fail: Als ich meine Taschen aufgemacht habe und erstmal mithilfe eines Internetsticks Facebook checken wollte, habe ich entdecken muessen, dass mein armer Laptop völlig unbrauchbar geworden ist, der ganze Bildschirm ist zerstört, und das, obwohl ich ihn richtig gut eingepackt hatte.Nachdem ich meine Trauerzeremonie beendet hatte, habe ich meinen Vater gezwungen, einfach in irgendeinen Bus einzusteigen, um einen Laden zu finden, der mein Baby wieder repariert. Nach Ewigkeiten bei 30Grad im stickigen Bus sind wir dann bei der Piazza Venezia angekommen und haben dann auch glücklicherweise einen brauchbaren Laden gefunden, der das Ding für 250€ repariert. Ich hatte ja heimlich gehofft, dass es sich nicht lohnt und ich einen neuen bekomme, aber nein (eigentlich freue ich mich, dass ich dann wieder an meinem alten, schönen Computer sitzen kann). Wie auch immer, wir haben dann noch eine italienische SIM-Karte besorgt und ich habe mich mit meinem neuen Handy angefreundet. Dann waren wir essen, mein Vater hat sich mit dem Kellner angelegt, weil auf seiner Pizza nur eine einzige Artischocke war, haben uns noch ein bisschen umgeguckt, ich habe entdeckt, dass ich mich im Zentrum Roms immernoch ganz gut an alles erinnern kann, und dann sind wir zur Siesta nach Hause, außerdem mussten wir Karten für den Pool besorgen, der zu unserem Häuserblock dazugehört. Abends wollten wir dann in ein Open-Air-Kino, aber wir kamen leider zu spät, deswegen waren wir als Ausgleich in der ältesten Eisdiele Italiens essen, die richtig genial war, mein Vater war natürlich voll in seinem Element.Zuhause war ich dann auch ordentlich müde und habe trotz der enormen Hitze ganz gut schlafen können. Heute morgen sind wir, nachdem ich noch bei einer italienischen Drogerie auf Kosten meines Vater Schminke kaufen war, zu der Schule gefahren, in der ich jetzt ein Jahr wohnen werde.
St. Stephens School ist genau neben der FAU, der Welt-Gesundheits-Organisation, am Circo Massimo in der Via Aventina, und es ist verdammt schön hier. Die Leute sind alle super nett, vorhin haben einfach zwei Mädchen bei mir geklopft, ob ich mit raus möchte, dann sind wir in die Bar gegenüber, wo alle einfach chillen und rauchen, die meisten sind Seniors, die sich auch alle kannten, aber es ist wirklich eine sehr entspannte Atmosphäre und alle sind offen und aufgeschlossen, sie sind es ja auch gewohnt, dass jedes Jahr neue Bording-Students kommen. Ich teile mir mein Zimmer mit Haley aus New York, ich konnte sie leider noch nicht richtig kennenlernen, weil sie mit den anderen Junoirs eine SIM-Karte kaufen war (gut, dass ich schon eine hatte!), aber sie ist sympathisch gewesen. Ich sitze jetzt im Computerraum, den der Informatiklehrer extra aufgemacht hat, und bedauere, dass ich meine Bilder nicht auf diesen PC machen kann, aber ich werde sie reinstellen, sobald ich meinen Laptop wiederhabe, was in ein paar Tagen der Fall sein sollte.
Mein Vater muss zu dem Border-Parents-Meeting, dann fliegt er auch wieder nach Hause.
Ich vermisse Berlin, alle, denen ich gesagt habe, wo ich herkomme, meinten "Woow, Berlin! Beautiful city", ich bin ganz schön stolz auf meine wundervolle Stadt.
So, ganz schön langer Text geworden, ich melde mich, sobald ich kann.